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Screentherapy - Berliner Psychologin betreut deutschsprachige Klienten weltweit per Videokonferenz
(Artikel erschienen im Afrika-Kurier, Ausgabe Dezember/Januar 2001/02) "Wenn Menschen über Gefühle, Probleme oder sehr intime Dinge sprechen wollen, tun sie das am liebsten in ihrer Muttersprache", sagt die deutsche Diplom-Psychologin Ursula Lindauer aus Berlin. "Doch außerhalb Deutschlands ist es äußerst schwierig, einen geeigneten Ansprechpartner zu finden, der einem professionell helfen kann und Deutsch als Muttersprache spricht." Mit Hilfe des Internets hat die 36jährige Psychotherapeutin diese Lücke jetzt geschlossen. Per Videokonferenz betreut sie deutschsprachige Klienten in vier Kontinenten. Der "virtuelle Praxisbesuch" bei Frau Lindauer erfordert weder aufwendige Technik, noch großartige Computerkenntnisse. Man benötigt lediglich einen PC mit Internet, dazu eine WebCam (Kosten: unter 50 US$) und ein Headset (= Kopfhörer und Mikrophon, ca. 10 US$). Die Videokonferenz läuft über das kostenlose Programm "Netmeeting", das ohnehin in jedem Internet-Explorer enthalten ist. Im Rahmen ihres Forschungsprojekts "Screentherapy" kümmert sich Lindauer um eine ständig wachsende Zahl von Auslandsdeutschen. "Meist geht es meinen Klienten um ganz normale Probleme in der Beziehung, der Familie und im Job", erzählt die Psychologin. "Dazu kommen dann noch die seelischen Belastungen, die wohl jeder Deutsche im Ausland kennt: Vor allem das Gefühl von Isolation oder Fremdheit in der neuen Heimat, Probleme mit der Mentalität im Land, aber auch zunehmende Distanz zu Deutschland und den alten Freunden." Für viele ihrer Klienten ist es schon sehr hilfreich, sich einfach mal aussprechen zu können. "Die deutsche Gemeinde ist gerade in exotischen Ländern sehr klein. Viele sind sehr vorsichtig, wem sie da ihr Herz ausschütten." Das trifft auf die deutschen Fachkräfte und ihre Familien ebenso zu wie auf Botschaftsangehörige oder auf Deutsche, die auf einsamen Farmen weitab der Städte leben. Wie auch in der herkömmlichen Praxis eines Psychologen dauern die Sitzungen im Internet jeweils eine Stunde. Beide Gesprächspartner sehen ein Videobild vom andern und können sich hören. Wenn der Ton mal zusammenbricht - weil das Internet überlastet ist -, "unterhält" man sich schriftlich und muß sich mit einer schlechteren Bildqualität abfinden. Neben dem "klassischen" Gespräch per Headset oder Tastatur setzt die Psychologin auch verschiedene Multimedia-Materialien ein, die extra für ihr Projekt "Screentherapy" entwickelt worden sind. Zum Beispiel gibt es da die sogenannten "Dialog-Landschaften". Das sind großformatige Fotocollagen, die aus 30 – 40 unterschiedlichen Themen, Motiven, Einzelbildern und Symbolen zusammengesetzt sind. Der Klient sieht sich die Kollage während der Online-Sitzung an, wird von irgendeinem Aspekt der "Landschaft" angesprochen und fängt an, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Auch die interaktiven Möglichkeiten des Internet werden eingesetzt: Die Videokonferenz-Software bietet das sogenannte "White Board", auf dem Klient und Psychologin gemeinsam zeichnen und schreiben können. Lindauer: "Für Screentherapy habe ich ein spezielles Set von einfachen Skizzen, Symbolen und Schlüsselwörtern entwickelt, die ich dem Klienten präsentiere. Gemeinsam arbeiten wir dann interaktiv mit diesem vorgegebenen Material." Der Klient ergänzt die Zeichnungen, verschiebt oder ändert Bildelemente, beschriftet sie neu oder kommentiert sie. "Ein wesentlicher Erfolgsfaktor von Screentherapy ist genau dieser freie, fast spielerische Umgang mit Bildern und Multimedia-Interaktion." So nähert sich Psychologin Lindauer den Problemen ihrer deutschsprachigen Internet-Klienten überall auf der Welt. Anders als in den USA, wo der Besuch beim Therapeuten zum Alltag gehört, haben Deutsche eher die Neigung zu warten, bis die Seele ernsthaft krank ist. Das Forschungsprojekt "Screentherapy" soll auch dazu dienen, den Menschen die Scheu vor einem Psychologen zu nehmen. "Man muß die Leute mit ihren psychischen Belastungen da abholen, wo sie sich befinden." Frau Lindauer konzentriert sich daher auf jene seelischen Befindlichkeiten, die allgemein "Streß" genannt werden und unter denen jeder "normale" Mensch leidet. Der Erfolg gibt ihr Recht. "Gerade von Auslandsdeutschen bekomme ich äußerst positive Reaktionen. Sie sind begeistert von den Möglichkeiten, die ihnen erst das Internet-Zeitalter eröffnet hat." Klingt das interessant auch für Sie? Wer mehr über die Screentherapy von Ursula Lindauer wissen möchte oder eine – übrigens kostenlose – Sitzung in deutscher Sprache mit ihr vereinbaren will, erreicht sie über das Internet: www.screentherapy.com
e-mail-Kommentar: Hallo aus Neuseeland, habe schon einige Sitzungen mit betreffender Dame gehabt... Wie es war? Mir hat es sehr geholfen... schon die Tatsache mit einer Frau aus meinem Kulturraum bez. meinen Problemen kommunizieren zu können... war klasse. Fühle mich angenommen und verstanden und gut beraten. Kann Screentherapy nur weiter empfehlen! Grüße von down under Tina | ||
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